Lethargie im Mitmach-Web
Gemeinhin wird Web 2.0 als Mitmach-Web bezeichnet und der Hype ist groß. Doch wer macht mit, wenn es um wirkliche Themen geht?
Ich rede nicht von der regen Beteiligung in Social Networks oder Videoportalen mit hohem Funfaktor. Ich rede nicht von destruktiven motzigen Beiträgen und Kommentaren in Blogs weswegen selbige mitunter einen schlechten Ruf genießen. Ich rede von Inhalten. Ich rede von Meinungen. Web 2.0 bedeutet Vernetzung und Meinungsaustausch. Mittlerweile ist es auch jenseits von Blogs ein leichtes, Inhalte und Artikel als Leser zu kommentieren und sich mit anderen Lesern auszutauschen.
Wie ist die Wirklichkeit? Die Kommentarfelder bleiben leer, die meisten Leser unbeteiligt. Da es viele davon gibt, haben sie auch eine Bezeichnung: Lurker. Wikipedia definiert: „Lurker (engl. to lurk, lauern, schleichen) ist eine Bezeichnung für passive, also nur lesende Teilnehmer einer Newsgroup, eines Forums oder einer Mailingliste. Der Begriff entstammt dem Netzjargon, ist jedoch auf andere gesellschaftliche Foren übertragbar. Viele irritiert es, wenn jemand alles mitliest, was sie schreiben, selbst aber nichts über sich preisgibt. Das führt dazu, dass „Lurker“ oder „Lurking“ unter Umständen abwertend gebraucht wird.“
In der Tat ist es irritierend, wenn man viel Arbeit in Inhalte mit hohem Informationswert steckt, öffentlich macht, diese auch abgerufen werden, jedoch kein Feedback erfolgt. Dabei ist das Mitmachen im Web sehr einfach geworden, die Kommentarfunktionen stehen oftmals unübersehbar und prominent am Ende der Artikel. Gibt es so wenig Meinungen, die es wert sind, geschrieben zu werden? Ist ein konstruktiver Beitrag zu schwierig? Oder ist der Mensch einfach nur zu bequem?
Ich meine: Es wird Zeit für Bewegung. Es wird Zeit für Meinung!
text Alexa Wackernagel, webstyler.de